Bhutan Bevlkerung P1030648 750x421ist mindestens so vielfältig und unterschiedlich wie die geographischen, topographischen und klimatischen Bedingungen im Land selbst. Heute leben knapp 734.000 Menschen in Bhutan. Die Hauptstadt Thimphu ist mit ca. 70.000 Einwohnern mit Abstand die größte Stadt im Land.

Mitten durch Bhutan verläuft die kulturelle Scheide zwischen den verschiedenen asiatischen Volksgruppen. Nördlich des Himalaya sind die zentralasiatischen, tibetisch-birmanischen und buddhistisch-lamaistischen Kulturen zuhause. Südlich des Himalaya finden wir die südasiatischen, indoarischen und hinduistischen Kulturen.

Bhutan Bevlkerung2 DSC 1602 750x421Dementsprechend setzen sich auch die verschiedenen Volksgruppen zusammen, die seinerzeit das Land aus verschiedenen Richtungen besiedelt haben. Die ersten Bewohner sind aus dem Osten, dem heutigen indischen Arunachal-Pradresch, gekommen Sie gehören der heutigen Volksgruppe der Sharchop an.

Im 9. Jahrhundert gab es dann eine erste Einwanderungswelle aus Tibet in den Süden. Die Tibeter kamen aus Richtung Gyantse durch das Tal des Nyang Chu über die Bergpässe des Himalaya und besiedelten die Gebiete der heutigen Distrikte von Gasa, Punakha, Wangdue, Thimphu, Paro und Haa. Diese Menschen zählt man heute zur Volksgruppe der Ngalong. Sie sprechen die heutige bhutanische Amtssprache Dzonkha, die vom Tibetischen abstammt.

Bhutan Volksstamm LayaIn den folgenden Jahren kamen noch Yak-Nomaden aus Tibet nach Bhutan und haben sich in den nördlichen alpinen Himalaya-Regionen niedergelassen. Darunter war z.B. auch der Volksstamm der Laya, die heute noch hauptsächlich in der gleichnamigen Region Laya leben. Bis heute ist die gesamte alpine Himalaya-Region ausschließlich zu Fuß zu erreichen, so dass sich die dort lebenden Yak-Nomaden bisher wenig mit den anderen Volksgruppen vermischt haben.

Diese drei Volksgruppen bilden mit 50% den größten Anteil der bhutanischen Bevölkerung.

Im heutigen bhutanischen Tiefland entlang der indischen Grenze leben hauptsächlich nepalesisch-stämmige Menschen. Sie kamen größtenteils erst im 20. Jahrhundert hierher, weil sie vor dem strengen Kastensystem ihrer Heimat flüchteten. Um sich eine Lebensgrundlage zu schaffen haben sie den seinerzeit dort wachsenden tropischen Urwald auf großer Fläche für den Ackerbau urbar gemacht. Sie werden Lhotshampas genannt und machen etwa 35% der Gesamtbevölkerung aus. Sie gehören aber wiederum verschhiedenen nepalesischen Volksgruppen an wie Brahmanen, Rai, Limbu, Chettri, Gurung und Newar und sprechen nepalesisch.

Bhutan Bevoelkerung Brokpa Volksstamm IMGWA0000Teilweise leben noch einige kleinere Volksgruppen, die etwa 14% der Bevölkerung ausmachen, in weit abgelegenen Regionen. Die Brokpas im äußersten Osten rund um Merak und Sakteng sind Halbnomaden und pflegen teilweise noch die Polyandrie (…eine Frau hat mehrere Männer…). Sie sind tief verwurzelt in ihren althergebrachten Traditionen. Bis vor kurzem wurde sogar noch die ursprüngliche Stammestracht getragen, denn chinesische Billig-T-Shirts hatten den Weg in diese abgelegene Region noch nicht gefunden. Erst seit einigen wenigen Monaten ist eine erste grobe Straßenpiste bis nach Merak gebaut worden.

Jede dieser großen Volksgruppen setzt sich wiederum aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen. So erklärt es sich, dass die 19 verschiedenen Sprachen auf dem Gebiet von Bhutan mindestens so unterschiedlich sind wie die verschiedenen Ethnien.

Religion in Bhutan

Bhutan Bevlkerung Festprozession DSC 1303 750x421Bhutan ist das einzige Land der Welt, das den Vajrayana-Buddhismus zur Staatsreligion erhoben hat. Diese „Lehre des mittleren Weges“ ist die tantrische Form des Mahayana-Buddhismus und ist eine der tiefsinnigsten Denkschulen der Welt. Die wichtigsten buddhistischen Glaubensrichtungen in Bhutan sind die die „Schule des Alten“ - Nyingmapa und der „Mündlichen Überlieferung“ - Drukpa Kargyüpa. Der höchste Würdenträger der Drukpa Kargyüpa-Sekten ist der Ye Khenpo, der Titel für den höchsten Abt.

Obwohl Religion und weltliche Macht in Bhutan streng getrennt sind, hat der König jahrelang wichtige Entscheidungen nur im Einvernehmen mit dem Je Khenpo getroffen.

Etwa 73% der Bevölkerung bekennen sich zum Buddhismus, der das Leben der Bhutaner nachhaltig prägt und fester Bestandteil im Alltag ist. Davon zeugen über 2000 Klöster, unzählige Stupas/Chorten und

Gebetsfahnen auf den Häusern, auf den Pässen und an den Berghängen, die dem Land eine besondere Atmosphäre verleihen und die gelebte Lebens-Philosophie nahezu überall fühlbar machen.

Der Hinduismus ist mit 23% vertreten und hauptsächlich in den südlichen Landesteilen der nepalesisch-stämmigen Volksgruppen präsent.